Christian Laszlo

Foto: jom-art.de

Meine erste konkrete Erinnerung an den kreativen Umgang mit Bildern ist ein Malkurs im Grundschulalter. Ein viel bedeutenderer Schritt war jedoch die Entscheidung meiner Eltern mich auf das Jörg-Ratgeb-Gymnasium in Stuttgart-Neugereut zu schicken, welches als eine von wenigen Schulen Bildende Kunst als Leistungsfach anbot. So wurde auch 9 Jahre später neben Englisch die Bildende Kunst das wichtigste Prüfungsfach zum Abitur.

Zwischendurch weckte allerdings ein ganz anderer Umstand der Schule mein Interesse an „Kunst“, welchen auch meine Eltern nicht vorhersehen konnten. Das Angebot an außerschulischen AGs war sehr reichhaltig. Besonders die Video-AG zog mich in ihren Bann. In den 1980er Jahren investierte die öffentliche Hand in ein professionelles Videostudio samt umfangreicher Technik, untergebracht in der an die Schule angrenzenden Stadtbücherei.

Die Vernetzung des Studios zum Schulgebäude war die Basis für unser Schulfernsehen. Fazit – Das Schüler-Videomagazin wurde alle 6-8 Wochen live ausgestrahlt und konnte in quasi jedem Klassenzimmer empfangen werden. Die Teilnehmer der Video-AG lernten den Umgang mit professioneller Technik im echten Live-Betrieb. Es war der perfekte Spielplatz um neue, kreative Dinge zu probieren und die zu mir passende Rolle zu finden. Bei der Kameraarbeit und im Videoschnitt konnte ich mich am besten entfalten. Das Gestalten von Bildern sowie das Zusammenführen dieser zu einer Geschichte wurde meine Art der Kunst.

Ich wusste welchen Weg ich für meine Zukunft einschlagen würde.

Selbst meinen Wehrdienst leistete ich in der „Branche“ beim Bataillon für Operative Information. In der Videoredaktion erhielt ich einen Einblick wie die Berichterstattung der Bundeswehr funktioniert und konnte bei einigen Projekten selbst mitwirken.

Nach dem Wehrdienst absolvierte ich ein 6-monatiges Praktikum beim SWR-Fernsehen. Mit den Kollegen der Kameraabteilung im Sendezentrum Stuttgart war ich fast jeden Tag auf Achse und fungierte als Kameraassistent. Vom Wetterbericht im Schwarzwald, Dokumentationen über bedeutende Persönlichkeiten, bis hin zu Interviews im Baden-Württembergischen Landtag war es eine bunte, abwechslungsreiche und sehr lehrreiche Zeit.

Auf das Praktikum folgte mein Studium an der Filmakademie in Ludwigsburg. Im Studiengang Schnitt/Montage wurde neben dem Handwerklichen bzw. Technischen viel Wert auf die Lehre der Erzählweise im Film, die Wirkung von Bildern in deren Komposition und Farbgebung, den Schnittrhythmus und nicht zuletzt die menschliche Psychologie gelegt. Es ist wichtig das Spiel, die Mimik und Gefühlslage der Schauspieler zu verstehen und im Schnitt richtig in Szene zu setzen. Es geht darum durch diverse Mittel der Bild-, Ton-, und Schnittgestaltung Emotionen zu transportieren und dem Zuschauer gezielt zu übermitteln.

Bereits während meiner Studienzeit gründete ich mein eigenes Gewerbe im Bereich Filmproduktion. Seit meinem Diplom an der Filmakademie arbeite ich u.a. als Freiberufler für Kamera, Animation, Schnitt und produziere unterschiedliche Projekte mit kleinem und großem Budget von der Planung bis zum fertigen Film.



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